Zwischen Theorie und Praxis - Prof. Dr. Fischer zu Gast bei den Emder Forschungstagen

Erstellt von Elisa Broer | |   Berichte aus dem Schulleben

Am 1. März 2018 haben wir mit unserem Chemie-V-Kurs den Vortrag „Chemie und Energie“ von Prof. Dr. Fischer im Rahmen der Emder Forschungstage besucht.

Begrüßt wurden wir dort von Stipendiaten des JAGs, welche uns einen kleinen Einblick in ihr Praktikum am DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) gaben. Folgend wurde uns die ,,Beste Badebombe‘‘ im Vergleich zu anderen präsentiert, die von der Forschungsklasse entwickelt wurde. Danach referierte Prof. Dr. Fischer.

Der Vortrag von Prof. Dr. Fischer begann mit Grundlagen. Er hielt fest, dass das einfachste Atom Wasserstoff ist und Sauerstoff hingegen komplizierter aufgebaut ist. In beiden Stoffen ist Energie enthalten. Dabei machte er darauf aufmerksam: Es gibt zwei verschiedene Ebenen. Die erste ist die sinnlich erfahrene, die zweite die vollständig unsichtbare Ebene. Die Chemiker denken und sprechen theoretisch (Mikroebene) und experimentell (Wahrnehmungsebene).

Anschließend wurden drei Experimente von Schülerinnen vorgeführt, die die Energie in den Stoffen verdeutlichen. In dem ersten Experiment war ein gelber Luftballon mit Wasserstoff gefüllt. Dieser wurde über eine Kerze gehalten, der Ballon platzte und es flammte etwas auf. Dieses Brennen zeigt die Energie, die freigeworden ist. In einem Vakuum hätte keine Reaktion stattgefunden, da Wasserstoff alleine keine chemische Energie besitzt. Der Sauerstoff aus der Umgebung ist relativ langsam zum brennenden Wasserstoff geströmt, sodass die Reaktion sehr kontrolliert ablief.

Das zweite Experiment war vom Aufbau wie der erste, nur dass der Ballon mit einem Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff gefüllt war. Bei diesem Ballon wurde noch mehr Energie freigesetzt, da die Flamme stärker als beim vorherigen war. Da hier beide Stoffe schon sehr nah beieinander lagen, konnte die Reaktion viel schneller ablaufen.

Das dritte Experiment war ebenfalls so aufgebaut wie die vorherigen, der Ballon war aber mit einem Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch gefüllt, in dem die Stoffe in einem bestimmten Verhältnis zu einander lagen. Er platzte sehr viel lauter als die vorherigen und flammte auch stärker auf, was für mehr Energie steht. Die Reaktion lief unkontrolliert, explosionsartig ab. Der Grund dafür ist, dass die chemische Energie in Wasserstoff und Sauerstoff zusammen liegt, nicht aber in einem Stoff allein.

Danach sprach Prof. Fischer darüber, dass man alle Stoffe durch Elektrizität zerlegen kann. Hierbei sprach er von dem Fall, dass Samsung-Handys Feuer fangen können.

Hierfür wurde wieder ein Versuch präsentiert, bei dem Elektroden in Wasser getaucht wurden. Das Wasser wurde mithilfe von elektrischem Strom in zwei Gase zerlegt, Wasserstoff und Sauerstoff. Die Reaktion in den Luftballons wurde also umgekehrt, indem elektrischer Strom angelegt wurde.

Herr Prof. Dr. Fischer forscht nach Trägermaterialien die Gase, sodass man sie zur Energiegewinnung nutzen kann.

Nach dem Vortrag folgte eine Fragerunde, welche auch sehr aufschlussreich war.

Insgesamt war es ein interessanter Vortrag zu Beginn der Emder Forschungstage und es wurde alles auf einer zwar fachlichen aber auch gut zu verstehenden Ebene dargestellt.

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